Schnapsidee #5 - Interview mit einem Barkeeper




Hey Daniel! Alles gut?
   Klar!

Wie merkt man am ehesten, wann ein Gast betrunken oder eher zu betrunken ist?
Na meistens merkt man das an den üblichen Eigenschaften eines betrunkenen Menschen. Besonders verstärkt kommt es aber vor, dass sie fest darauf bestehen, dass sie eben nicht betrunken sind, wenn man sie doch darauf anspricht.

Was nervt dich an deinem Job am meisten?
Oh definitiv, dass man so viel verpasst. Ich meine, es ist Wochenende und alle meine Freunde sind irgendwo unterwegs. Da wäre ich schon gerne öfter dabei, aber stattdessen verbringe ich meinen Abend hinter dem Tresen. Das ist tatsächlich so das Nervigste. Einfach ein komisches Gefühl.

Was trinkst du in Bars am liebsten?
Gin-Tonic, Baileys oder ein Astra. Je nach Anlass.

Und was machst du, wenn du nichts zu tun hast und dir langweilig ist?
Na ja ich trinke Gin-Tonic, Baileys oder ein Astra. Je nach Anlass. (lacht)

Was nervt dich an der Gastro am meisten?
Der Zwang zur Höflichkeit ist ziemlich nervig. Besonders, wenn man Gäste hat, die sich wie ziemliche Proleten verhalten und dich wie ihren Leibeigenen ansehen.

Welche Gäste sind für dich am angenehmsten?
Am angenehmsten sind Pärchen, die wenig trinken und Rentner.

Und welche sind für dich am anstrengendsten?
Proleten, Fußballfans und Ersti-Touren.

Gibt es da eine witzige Anekdote?
Es passiert häufig mal, dass ein Gast betrunken einschläft und sich partout nicht wecken lässt. Dann räumt man halt um ihn herum auf und gibt ihm noch ein Wasser, bis er dann letztendlich geht. Das ist so eine absurde Situation, dass ich das ganz witzig finde. Ansonsten hatte ich bisher viele extrem inspirierende, interessante Gespräche mit diversen Gästen.

Lernt man Menschen irgendwann aus einer reinen „Barperspektive“ zu sehen?
Ja! Menschen, die auf persönlicher Ebene unausstehlich sind, werden als Gäste dann doch angenehmer, wenn sie nicht übermäßig viel trinken oder wenn sie viel Trinkgeld abdrücken. (lacht) Außerdem lernt man sehr schnell Leute einzuschätzen, ihr Verhalten bei Freunden oder auch besonders bei Dates gibt da einiges her.

Würdest du also eher von einem Bar-Job  abraten?
Ne, man muss halt wissen, was man will. Es wird halt schwierig, das mit dem Alltag zu kombinieren, besonders als Student. Allerdings hat man auch viel Spaß. Besonders interessant ist es, dass du für die Gäste unsichtbar bist. Da sitzen so oft Menschen am Tresen direkt vor mir und erzählen sich von ihren tiefsten Geheimnissen. Also ich lausche da natürlich nicht! Schließlich habe ich selber genug zu tun, aber trotzdem ziemlich verrückt, wenn man bedenkt, dass ich als fremde Person vor ihnen stehe. Ansonsten bietet ein Bar-Job halt ein ausgewogenes Maß an Vor- und Nachteilen.

Danke Daniel!
Klar gern! Kommt mich gern im Hyde besuchen.